Sicherheit in NRW - Geldautomatensprengung noch nicht im Griff!

25.03.2022

Stefan Dase, Landtagskandidat der CDU im Gespräch mit Guido Lohmann, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Niederrhein.

Seit Beginn des Jahres 2022 gab es bereits 42 Angriffe auf Geldausgabeautomaten. Nicht nur die Häufigkeit der Angriffe ist beunruhigend, sondern auch die Intensität. Während kriminelle Banden aus den Niederlanden bisweilen Geldautomaten noch mit Gas sprengten, setzen sie nun vermehrt Sprengstoff ein.
Insbesondere die Vielzahl an Tatgelegenheiten lockt die Kriminellen nach Nordrhein-Westfalen, denn bei uns werden rund 11.000 Automaten betrieben.

Auch die Volksbanken sind betroffen. Wie geht das Bankenwesen mit diesem Phänomen um? Welche Präventivmaßnahmen ergreift eine Bank, wo sieht sie Handlungsbedarf?
Um diese Fragen zu erörtern, trafen sich Stefan Dase und Jens Bricely, Leiter Wahlkampfteam Dase, mit dem Vorstandsvorsitzenden der Volksbank Niederrhein, Guido Lohmann.

Guido Lohmann erklärte, dass bisherige Vorkehrungen wie etwa Vernebelung oder Farbpatronen wenig bis gar keine Wirkung erzielten. Lohmann, der sich persönlich u. a. mit dem gemeinnützigen Verein „Bewegen hilft"  seit vielen Jahren sozial engagiert, sieht die Situation mit Besorgnis. „Immer rabiater und skrupelloser gehen die Täter vor und riskieren auf der Flucht ihr eigenes und auch das Leben Unbeteiligter", so Lohmann.

Den Banken sei an einer schnellen Lösung des Problems gelegen, denn neben Risiken entstünde zumeist auch erheblicher Sachschaden. „Jeder gesprengte Geldautomat erhöht am Ende für uns die entsprechende Versicherungssumme und belastet unsere Bilanz", führt Guido Lohmann aus. Zudem sei jeder Geldautomat, aufgrund seiner Betriebskosten, ein Verlustgeschäft für die Bank, aber nun einmal Wunsch der Kunden.

Bei den Tätern handele es sich vorwiegend um organisierte Profis aus den Niederlanden. Die Polizei agiere leider mehr oder minder erfolglos. Es erschließe sich ihm nicht vollumfänglich, warum nicht durch eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Polizeibehörden endlich mal einschneidende Erfolge bei der Festnahme der Täter erzielt würden. Einfach nur von den Verbrauchern zu fordern, auf Geldautomaten zu verzichten und von Banken, dies abzuschaffen, komme einer Kapitulation vor der Kriminalität gleich und könne daher nicht der Königsweg zur Problembeseitigung sein. 

Alle Bemühungen sind darauf ausgerichtet, neue Abwehrtechniken zu installieren, die Automatensprengungen absolut erfolglos verlaufen lassen. "Wir werden das im Interesse der Sicherheit unserer Kunden und unbeteiligter Dritter definitiv nicht an den Kosten scheitern lassen" verdeutlicht Lohmann. Solange unsere Kunden an der Existenz von Geldautomaten ihre Geschäftsbeziehung zu uns abhängig machen, könne man keinen flächendeckenden Abbau der Automaten als Lösungsweg in Betracht ziehen.

"Letztlich muss es ein Konglomerat aus Maßnahmen der Gefahrenabwehr, Strafverfolgung und Prävention sein, um die Täter davon abzuhalten ihre gefährlichen Aktion umzusetzen. Probleme offen anzusprechen und die verantwortlichen Akteure an einen Tisch bringen, sind hier die ersten Mittel, einen Nachhaltigen Erfolg zu erzielen." so Stefan Dase.